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Push & Pull Mechanismen

Aktualisiert: 15. Apr.


Innovation: Push und Pull Mechanismen

Bild: Verschiedene Kräfte ziehen den User von bestehenden Lösungen zu neuen und wieder weg.


Stell dir vor, du hast eine innovative Idee, ein revolutionäres Produkt oder einen bahnbrechenden Service entwickelt. Du bist davon überzeugt, dass es die Lösung für ein bestimmtes Problem ist und die Welt verändern kann. Doch hier ist die entscheidende Frage: Wird es den Nutzern tatsächlich helfen? Wird es ihre Bedürfnisse erfüllen? Um diese Fragen zu beantworten, musst du dich in ihre Lage versetzen, ihre Herausforderungen, Wünsche und Ängste verstehen.

Empathie ist das Werkzeug, das uns ermöglicht, eine Brücke zwischen unserer Innovationskraft und den Bedürfnissen der Nutzer zu schlagen. Es geht darum, ihre Geschichten zu hören, ihre Erfahrungen zu verstehen und ihre Emotionen zu erfassen. Denn letztendlich ist es der Nutzer, der entscheidet, ob eine Innovation erfolgreich ist oder nicht. Keine noch so grossartige Idee wird angenommen, wenn sie nicht die Bedürfnisse und Erwartungen (Push & Pull Mechanismen) der Nutzer erfüllt.


Was treibt den User aus dem Status Quo heraus (Problem-Push)?

Der Nutzer wird aus dem Status Quo herausgetrieben, wenn er ein Defizit spürt. Ein Gefühl des Mangels, sei es in praktischer oder emotionaler Hinsicht. Dies führt dazu, dass der Nutzer erkennt, dass ihm etwas fehlt oder dass er bisher nicht das gewünschte Ergebnis erreicht hat. Diese Erkenntnis motiviert den Nutzer, aktiv nach Alternativen zu suchen und neue Wege einzuschlagen.


Beispiel: Der Nutzer besitzt eine alte Digitalkamera und fotografiert sein Kind beim Sport. Die Fotos sind entweder verwackelt oder erfassen den falschen Zeitpunkt.


Was zieht ihn am Neuen an (Solution-Pull)?

Das Neue übt oft einen besonderen (technischen) Reiz aus. Es kann den Nutzer auf verschiedene Arten ansprechen. Zum einen bietet es einen klaren Mehrwert, innovative Funktionen oder die Möglichkeit, Ziele schneller und effizienter zu erreichen. Zum anderen kann der soziale Vergleich oder seine Position eine Rolle spielen. Wenn der Nutzer sieht, dass andere bereits positive Erfahrungen mit der neuen Lösung gemacht haben, wird er motiviert sein, es selbst auszuprobieren.


Beispiel: Der Nutzer sucht aktiv auf Suchplattformen mit den Stichworten "Kamera um gute Sportaufnahmen von meinem Kind zu machen" und wird aufmerksam beim Text "Sehr viele Eltern fotografieren mit einer Marke/Typ" und landet bei traditionellen Anbietern. Er studiert die Angebote für digitale Spiegelreflexkameras.


Was macht ihm Angst am Neuen und treibt ihn davon weg (Solution-Push)?

Trotz des Reizes des Neuen können Ängste und Bedenken auftreten, die den Nutzer davon abhalten, den Schritt zu wagen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und Veränderungen können Unsicherheit auslösen. Eine häufige Angst ist die vor dem Unbekannten. Der Nutzer fragt sich möglicherweise, ob er Neues lernen muss, das Neue seinen Erwartungen entsprechen wird oder ob es möglicherweise zu Schwierigkeiten führt. Auch die Angst vor (sozialem) Verlust kann eine Rolle spielen. Der Nutzer befürchtet, dass er im Zuge der Veränderung etwas Wertvolles oder Bekanntes verliert.


Beispiel: Der Nutzer liest auf den der Webseite der Anbieter von Digitalkameras von: Bildsequenzen aufnehmen, den Zoom-Modi, Brennweiten, selektiver Fokus, Megapixel, CMOS, Full-HD, WLAN/Bluetooth, etc. Eigentlich will der User nur ein gutes Foto machen, nichts Neues lernen und sich vor allem nicht mit den technischen Details beschäftigen.


Was zieht ihn wieder ins alte Muster zurück (Problem-Pull)?

Manchmal zieht es den Nutzer wieder zurück ins alte Muster, auch wenn er bereits das Neue ausprobiert hat. Ein Hauptgrund dafür ist die Bequemlichkeit und die Art wie unser Hirn arbeitet. Das Vertraute bietet Sicherheit und eine Komfortzone. Der Nutzer weiss, was ihn erwartet und wie er sich in dieser Umgebung bewegen kann. Die Herausforderungen und Unwegbarkeiten des Neuen können abschreckend wirken und dazu führen, dass der Nutzer sich wieder in das Alte zurückzieht.


Beispiel: Der Nutzer ist überfordert bei der Auswahl und macht weiterhin "schlechte" Fotos mit der alten Kamera.


Fazit - Push & Pull Mechanismen

Erst der User entscheidet, ob das Angebot eine Lösung für ihn darstellt. Nicht der Anbieter. Innovation und Empathie gehen Hand in Hand, wenn es darum geht, den Nutzer von seinem bestehenden Weg wegzubewegen und neue Lösungen attraktiv zu machen. Durch Userzentrierung und das Verständnis der Motivationen, Bedenken und Ängste des Nutzers können Unternehmen innovative Lösungen entwickeln, die auf seine tatsächlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Es ist wichtig, den Nutzer in den Innovationsprozess einzubeziehen, indem seine Perspektive ernst genommen und auf seine Bedürfnisse eingegangen wird.


Letztendlich liegt die Entscheidung, ob das Angebot eine Lösung für den Nutzer ist, bei ihm selbst. Es ist wichtig, ihm die Freiheit zu geben, das Neue auszuprobieren und zu bewerten. Unternehmen sollten auf das Feedback des Nutzers hören und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen, um sicherzustellen, dass ihre Innovationen wirklich einen Mehrwert bieten. Durch eine emphatische Herangehensweise und die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Nutzer können Unternehmen erfolgreich innovative Lösungen schaffen und langfristig Erfolg haben.


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