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The golden (c)age

Aktualisiert: 20. Nov. 2023


the golden cage

Bild: Was ist das beste Alter, um ein Start-up zu gründen?


Die in den Medien gehypten Mythen junger Start-up-Gründer mit weissen Sneakers und Hoodies werfen immer wieder die Frage nach dem perfekten Zeitpunkt für den Start eines Unternehmens auf. In diesem Artikel beleuchten wir die Vor- und Nachteile verschiedener Lebensphasen, durchforsten statistische Erkenntnisse, erforschen die Gründe für den "Goldenen Käfig" und setzen uns mit der Komplexität der Spezialisierung im Unternehmertum auseinander.


Gründer in Deutschland sind unabhängig vom Geschlecht in aller Regel der junge Akademiker. Ein Viertel hat den Master in der Tasche, jeder Fünfte einen Bachelor oder Diplomabschluss. 13 % alle Gründer sind promoviert. Der Anteil derer, die mit einer abgeschlossenen Ausbildung ein Unternehmen gründen, liegt bei unter 5 %.

Vor- und Nachteile im jungen Alter

Das junge Gründungsalter birgt eine Fülle von Energie, frischen Ideen und einer gewissen Risikobereitschaft, die für die Gründung eines Unternehmens äusserst vorteilhaft sein können. Junge Gründer neigen dazu, schnell Entscheidungen zu treffen, sind flexibel und offen für innovative Ansätze. Diese Dynamik kann dazu beitragen, Herausforderungen mit Agilität zu bewältigen und rasch auf sich ändernde Marktbedingungen zu reagieren.

Die Innovationsfreude und Kreativität junger Unternehmer sind Schlüsselfaktoren für die Entwicklung disruptiver Ideen und neuer Geschäftsmodelle. Der Mangel an tiefgehender Erfahrung kann in dieser Phase durch eine offene Lernbereitschaft und die Bereitschaft zum Networking ausgeglichen werden. Ein junges Gründerteam kann frische Perspektiven und eine gewisse Unbekümmertheit in der Herangehensweise an Probleme einbringen.

Jedoch sind auch Nachteile zu berücksichtigen. Der Mangel an beruflicher Erfahrung kann dazu führen, dass junge Unternehmer bestimmte geschäftliche Herausforderungen unterschätzen oder unerwarteten Schwierigkeiten gegenüberstehen. Die Begrenztheit des beruflichen Netzwerks und der Einflussbereich könnten in den Anfangsphasen hinderlich sein.

Ein weiterer Aspekt, der nicht ausser Acht gelassen werden sollte, ist die oft begrenzte finanzielle Stabilität junger Gründer. Die Ressourcen könnten knapp sein, und der Mangel an finanziellen Mitteln könnte die Umsetzung bestimmter Ideen oder Projekte behindern.

Insgesamt ist das junge Alter von Unternehmern geprägt von einer Mischung aus Begeisterung und Herausforderungen. Die Kunst liegt darin, die Vorteile der Jugendlichkeit zu nutzen, gleichzeitig aber auch bewusst mit den potenziellen Fallstricken umzugehen und gezielt auf Ausgleichsstrategien zu setzen.


Die meisten Gründer [47,5%] sind zwischen 25 und 34 Jahre alt. Nur rund 5 bis 7 % sind jünger oder zum Zeitpunkt der Gründung bereits 55 Jahre alt. Die meisten Gründer sind also im perfekten Erwerbsalter und sie gründen selten aus der Not heraus. Vielmehr verliert der Arbeitsmarkt sogenannte „Chancengründer“. Sie machen 60 % aller Neugründungen aus.

Vor- und Nachteile im erfahreneren Alter

Die Erfahrung hat ihre eigenen Schätze. Ein am erfahrener Unternehmer bringt nicht nur ein höheres Humankapital sowie Sozialkapital mit, das auf einem reichen Netzwerk von Kontakten und langjährigen Beziehungen basiert, sondern auch ein solides Startkapital. Die Vielfalt an Skills, die im Laufe der Jahre entwickelt wurden, verleiht einem erfahrenen Gründerteam eine breite Palette von Werkzeugen, um Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen.

Auf der anderen Seite könnten jedoch einige Schatten das Bild trüben. Die Energie, die in jungen Jahren scheinbar unerschöpflich war, könnte im erfahreneren Alter nachlassen. Der Drang, täglich 16 Stunden am Schreibtisch zu verbringen, könnte einer ausgewogeneren Lebensweise weichen. Dies könnte sich auf das Tempo und die Intensität auswirken, mit der neue Projekte angegangen werden.

Ein weiterer Aspekt ist die potenzielle Gefahr festgefahrener Denkmuster und der Unflexibilität. Während Erfahrung ein unschätzbares Gut ist, könnten langjährige Routinen und bewährte Methoden zu einer gewissen Blindheit führen. Die Bereitschaft, etablierte Denkmuster in Frage zu stellen, könnten in dieser Phase eine Herausforderung darstellen.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Herausforderungen nicht unüberwindbar sind und man im "the golden (c)age" gefangen ist. Ein erfahrener Unternehmer kann durch bewusstes Energiemanagement, die Förderung einer innovativen Denkkultur und den gezielten Einsatz von Altersdiversifikation in seinem Team die Vorteile der Reife maximieren und die Nachteile minimieren. Die Kunst besteht darin, die Fähigkeiten und Weisheit des Alters zu schätzen und gleichzeitig offen für neue Ideen und Ansätze zu bleiben.


Our primary finding is that successful entrepreneurs are middle-aged [45] , not young.

Der Goldene Käfig

Der "Goldene Käfig" repräsentiert die Komfortzone "älterer" Menschen, die bereits in Anstellungsverhältnissen finanziell etabliert sind. Mit festen Einkommen und stabilen finanziellen Verhältnissen können sie für ihre Familien sorgen und haben bereits zahlreiche zeitliche Verpflichtungen. Diese Sicherheiten könnten dazu führen, dass erfahrene Fachkräfte das Risiko einer eigenen Firmengründung scheuen.

Die finanzielle Etablierung in einem festen Job bietet Stabilität, aber gleichzeitig kann sie zu einer gewissen Risikoscheu führen. Die Aussicht, das sichere Gehalt gegen die Unsicherheit und Volatilität eines Start-ups einzutauschen, erscheint vielen als zu grosse Herausforderung. Der "Goldene Käfig" symbolisiert somit nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch eine gewisse Unbeweglichkeit und die Abneigung gegenüber den Unsicherheiten, die mit der Gründung eines eigenen Unternehmens verbunden sind.

Familienverpflichtungen verstärken diese Zurückhaltung zusätzlich. Die Verantwortung, nicht nur für das eigene Wohlergehen, sondern auch für das der Familie zu sorgen, kann dazu führen, dass ältere Fachkräfte eher auf bewährte Wege setzen. Die Vorstellung, in eine unbekannte unternehmerische Reise zu treten, kann angesichts dieser Verantwortlichkeiten abschreckend wirken.

Die zeitlichen Verpflichtungen, die mit einer etablierten Karriere und familiären Bindungen einhergehen, könnten die notwendige Zeit und Energie für den Aufbau eines Unternehmens begrenzen. Die Aussicht, Überstunden für ein neues Unternehmen zu investieren, mag für erfahrene Fachkräfte, die bereits viele Stunden in ihren Beruf investiert haben, entmutigend wirken.


Spezialisierung als Nachteil bei der Start-up Gründung

Mit den Jahren in einem festen Angestelltenverhältnis entwickeln viele eine tiefe Expertise in ihrem Fachgebiet. Diese Expertise ist zweifellos von unschätzbarem Wert, doch birgt sie gleichzeitig eine Herausforderung für die Firmengründung. Während Angestellte auf eine spezifische Fachrichtung fokussiert sind, erfordert die Unternehmensgründung ein breites Fachwissen, das auf wenige Gründer verteilt ist.

Die Herausforderung besteht darin, sich von der spezifischen Expertise zu lösen und ein umfassenderes Verständnis für die verschiedenen Aspekte des Unternehmertums zu entwickeln. Ein tiefes technisches Wissen allein reicht möglicherweise nicht aus, um ein erfolgreiches Unternehmen zu führen. Es erfordert zusätzliche Fähigkeiten in Bereichen wie Finanzen, Marketing, Personalmanagement und strategischer Planung.

Die Kunst besteht darin, die spezialisierten Fähigkeiten zu bewahren, die einen in seinem Beruf erfolgreich gemacht haben, während man gleichzeitig offen für das Lernen neuer Kompetenzen ist. Dies könnte bedeuten, sich mit Co-Foundern zusammenzuschliessen, die über Ergänzungsfähigkeiten verfügen, um ein ausgewogenes und vielseitiges Gründerteam zu bilden. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, breiteres Fachwissen zu erwerben, sondern auch darin, die Denkweise von einem Spezialisten zu einem Generalisten zu erweitern, um die Komplexität der Unternehmensführung erfolgreich zu bewältigen.


Fazit - The golden (c)age

Die Reise durch die dynamische Landschaft des Unternehmertums offenbart, dass der richtige Zeitpunkt und das Alter entscheidende Rollen in der Gründung und Entwicklung eines Unternehmens spielen. Das Zusammenspiel von Humankapital, Sozialkapital und Finanzkapital bildet das Fundament, auf dem innovative Ideen gedeihen können.

Die Wahl zwischen dem Solo-Gründen und der Partnerschaft mit Co-Foundern eröffnet unterschiedliche Perspektiven und Herausforderungen. Es ist nicht nur eine Frage der Anzahl der Köpfe, sondern auch der Synergie und Ergänzung der Fähigkeiten, die ein erfolgreiches Gründerteam ausmachen.

Die "Handschellen" des Unternehmertums, sei es in energetischer, kognitiver, körperlicher, finanzieller oder familiärer Hinsicht, sind reale Herausforderungen, die es zu erkennen und bewusst zu managen gilt. Die Balance zwischen den verschiedenen Aspekten des Lebens ist von entscheidender Bedeutung, um den Weg des Unternehmertums erfolgreich zu beschreiten.

Das Fazit der unternehmerischen Reise ist jedoch nicht nur von Herausforderungen geprägt, sondern auch von Möglichkeiten. Die Kunst liegt darin, die richtige Mischung aus Erfahrung und Neugier, Stabilität und Risikobereitschaft zu finden. Die erfolgreiche Navigation durch den unternehmerischen Ozean erfordert nicht nur die Fähigkeit, sich an die Gezeiten anzupassen, sondern auch den Mut, neue Horizonte zu erkunden.

In jedem Alter und zu jedem Zeitpunkt bietet das Unternehmertum eine Fülle von Chancen und Herausforderungen.


Yetvart Artinyan

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