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2024 - das Ende des Innovationstheaters


Wichtigkeit des Innovationsmanagement

Bild: Was erwartet uns in Sachen Innovation im 2024?


Mit dem Wechsel ins Jahr 2024 stellt sich die Frage, ob die Innovationslandschaft vor einem tiefgreifenden Wandel steht. Inmitten einer herausfordernden wirtschaftlichen Situation und dem Druck, Fortschritt zu zeigen, wird deutlich, dass das Zeitalter des reinen Innovationstheaters möglicherweise seinem Ende entgegensieht.


Unsichere Wirtschaftslage = Kostenreduktion in Unternehmen - ja, auch bei der Innovation

Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage zwingt viele Unternehmen dazu, ihre Ausgaben zu überdenken. Eine oberflächliche Reaktion wäre, Innovationsbudgets zu kürzen. Doch stellt sich die Frage, ob dies nur kurzfristige Erfolge bringt oder langfristig den Weg für eine lernende Organisation und wirklich innovative Projekte versperrt. Investitionen in Innovation sind strategische Investitionen in die Zukunft und die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.


Wer möchte in zehn Jahren zurückblicken und sich fragen müssen, warum keine oder zu wenig Ressourcen für neue Erfahrungen im Wandel des bestehenden Geschäftsmodells eingesetzt wurden?

Ja, Innovationstheater ist teuer

Die Inszenierung von Innovationen als blosse Marketing-Show kann erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen verschlingen, ohne dabei substantielle Fortschritte zu erzielen. Dies wurde dieses Jahr eindrücklich durch das Schliessen von grossen Vorhaben gezeigt und dem "Sunk-Cost Effekt" ein für alle Male entgegen gewirkt. Prunkvolle Labs, beeindruckende Talks und Präsentationen und aufwendige Marketingkampagnen mögen beeindrucken, bergen jedoch die Gefahr, dass die eigentliche Innovationssubstanz vernachlässigt wird. Es geht darum, das Morgen und Übermorgen des Unternehmens mit wenig Ressourcen zu entdecken und daraus Erkenntnisse für Folgeinvestitionen für ein mögliches Gestalten zu ziehen, anstatt mit der Giesskanne auf langfristige Wetten zu setzen und auf jedem Trend mitzureiten (das machen deine Mitbewerber auch). Der Fokus auf echte, relevante Innovationen ist nicht nur kosteneffizienter, sondern hat auch kurz- sowie langfristig nachhaltigere Auswirkungen.


Auch im Jahr 2024 bleibt Technologie das, was sie ist - ein Instrument, um Probleme von Usern zu lösen, die man vorher richtig verstanden hat.

Technologie ist und bleibt nur Technologie

Trotz wiederholter Ankündigungen und Versprechungen bleibt der Hype um bestimmte Technologien bestehen. Andere versinken in der Desillusionierung, um vielleicht später als echter Mehrwert für echte Nutzer wieder aufzutauchen. Blockchain, künstliche Intelligenz, Quantencomputer – diese Begriffe sind immer noch in aller Munde und werden weiterhin als revolutionäre Technologien gefeiert. Doch wie viel davon ist wirklich bahnbrechend, und wie viel ist lediglich Teil des anhaltenden Innovationstheaters? Unternehmen müssten eingestehen, dass sie oft nicht genau wissen, welchen Mehrwert es für Nutzer und das eigene Unternehmen bringt. Im Mittelpunkt stehen oft Public Relations anstelle echter Innovation, die die Fragen beantwortet: "Was bringt es mir, warum sollte ich die bestehende Lösung ersetzen und warum ist es keine Option, beim Alten zu bleiben?"


Technologie hat noch nie die Frage des "Warum" beim User beantwortet, sondern nur die des "Wie".


Die Rolle der Unternehmen

Unternehmen befinden sich in einem Dilemma zwischen dem Drang zur Innovation und dem Bedürfnis, den Status quo zu wahren. Innovatoren streben nach neuen Ideen, Technologien und Geschäftsmodellen, während Status-quo-Bewahrer die bestehenden Strukturen und Prozesse schützen wollen. Diese Spannung prägt maßgeblich die Entwicklungen der Wirtschaft. Ein ausgewogener Ansatz ist entscheidend, um nicht den Anschluss zu verlieren oder unnötige Risiken einzugehen.


Ein Beispiel einer Strategie und Checkpoints:

  • H1, 70% Budget, inkrementelle Innovation, Product/Market-Fit in 12 Monaten validiert

  • H2: 20% Budget, architekturelle/radikale Innovation H2: Problem/Solution-Fit in 12 Monaten validiert

  • H3: 10 % Budget, radikale Innovation H3: Problem-Statement in 12 Monaten validiert


Der Einfluss der User

Mit dem Druck auf die Löhne gerät auch die Kaufkraft der Verbraucher unter Stress. Nutzer suchen vermehrt nach kosteneffizienten Alternativen zu bestehenden Lösungen. Unternehmen, die die Bedürfnisse ihrer Nutzer besser verstehen und kostengünstigere Alternativen anbieten, haben einen klaren Vorteil. Dies ermöglicht es ihnen, Verbraucher trotz Wechselhürden zu einem Wechsel zu bewegen und verschafft ihnen eine stärkere Position in einem von finanziellen Druck geprägten Markt.


Das "Dolce fare niente"

Unternehmen, die sich gegen aufstrebende Konkurrenten nicht wehren, riskieren nicht nur ihre Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch ihre Existenz. Die Kosten für unterlassene Abwehrversuche können unbezahlbar und langfristig tödlich für das Unternehmen sein. Es ist entscheidend, nicht nur die Position im Markt passiv mit inkrementellen Innovationen gegenüber den bekannten Konkurrenten zu verteidigen, sondern auch auf Veränderungen und neue Wettbewerber (auch ausserhalb des bestehenden Marktes) proaktiv zu agieren.


Die Kosten für unterlassene Abwehrversuche in der Wirtschaft sind unbezahlbar und tödlich. Im Nachhinein ist man schlauer, aber irgendwie auch näher beim eigenen Tod.

Fazit: 2024 - das Ende des Innovationstheaters

Die Kosten für relevante Innovationsversuche sind gering, benötigen aber ein methodisches Vorgehen. Unternehmen müssen verstehen, dass Innovation nicht zwangsläufig hohe finanzielle Aufwendungen erfordert. Relevante Innovationsversuche können mit vergleichsweise geringen Kosten durchgeführt werden, besonders wenn sie strategisch und zielgerichtet angegangen werden. Kleine, gezielte Investitionen können große positive Auswirkungen haben. Das Überwinden des Innovationstheaters erfordert eine kluge, zielgerichtete Herangehensweise. Das Jahr 2024 könnte den Wandel zu einer Ära echter, kosteneffizienter Innovationen markieren – eine Zeit, in der nicht nur das Ende des Innovationstheaters proklamiert wird, sondern auch der Beginn einer Ära wahrhaftiger, nachhaltiger Innovationen.

Yetvart Artinyan

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